Podcast 42 Folge 12: Kino am Stadtarchiv, Gelächter in der vhs, Autoren, wenn sie nicht schreiben und Klangexperimente
Shownotes
Diese Folge beantwortet folgende Fragen:
1. Welches Kino gab es in unmittelbarer Nähe des Stadtarchivs?
2. Darf in der vhs Frechen gelacht werden?
3. Was macht ein Autor, wenn er nicht schreibt?
4. Kann man mit Kindern, die zum ersten Mal ein Instrument in der Hand halten, ein Orchester bilden?
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00:00:01: Willkommen bei Podcasts
00:00:03: zweiundvierzig.
00:00:04: Frechen fragt, die zweiundvierzig antwortet.
00:00:07: Die zweiundvierzig.
00:00:08: Das ist die Abteilung kulturelle Einrichtungen der Stadt
00:00:11: Frechen.
00:00:12: Die Volkshochschule,
00:00:13: die Musikschule,
00:00:14: die Stadtbücherei und das Stadtarchiv.
00:00:17: Unser Podcast greift eure Fragen auf
00:00:20: und liefert Antworten.
00:00:21: Von Bildung
00:00:22: und Musik
00:00:23: über Bücher bis hin zur Stadtgeschichte.
00:00:26: Wir decken alles an.
00:00:27: Und wer weiß?
00:00:29: Vielleicht ist die Antwort sogar, zweiundvierzig.
00:00:37: Herzlich Willkommen zur zwölften Folge des Podcasts zweiundvierzig.
00:00:42: Mein Name ist Philippe de Dürrwanger-Has, ich bin der Leiter der Abteilung zweiundvierzig und auch der Leiter der Volksschule.
00:00:48: Die Fragen, die wir in dieser Folge beantworten sind, welches Kino gab es in unmittelbaren Nähe des Stadtarchivs, darf in der Volksschulefrechen gelacht werden?
00:00:59: Was macht einen Autor, wenn er nicht schreibt?
00:01:03: Und kann man mit Kindern, die zum ersten Mal ein Instrument in der Hand haben, eine Orchester bilden.
00:01:09: Viel Spaß beim Zuhören.
00:01:15: Zu ersten Frage dieser Podcast-Folge, welches Kino es dann hier in der Nähe gab.
00:01:20: Nein, nicht das Linnenteater.
00:01:22: Das Archivale des Monats November klärt in dieser Frage auf.
00:01:26: Friederike Hess, stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs Frechen, stellt das Archivale vor.
00:01:31: Das Archivale des Monats November, ist eine kurze Notiz aus dem frechender Tageblatt über die Eröffnung des Monopoltheaters.
00:01:39: In den neunzehnhundertzwanziger Jahren entstanden in Deutschland immer mehr Kinos.
00:01:43: Nach dem Ersten Weltkrieg und den schweren Nachkriegsjahren sinden sich die Menschen darunter Haltung, die sie sich leisten konnten.
00:01:49: So wurden in Städten und auf dem Land zahlreiche Kinos eröffnet.
00:01:52: Bis Ende nineteenhundertsundzwanzig gab es schon rund viertausenddreihundert.
00:01:56: Im November nineteenhundertzwanzig eröffnete auch in Frechen ein neues Kino.
00:02:00: das Monopoltheater.
00:02:02: Es lag zentral auf der Hauptstraße und war mit achthundert Plätzen das vermutlich größte Kino im Landkreis Köln.
00:02:08: Damals liefen Filme noch als Stummfilme, die live von Musikern begleitet wurden.
00:02:12: Zur Eröffnung spielte sogar ein Orchester mit Sänger, eine besonders aufwendige Begleitung.
00:02:16: In den Wochen danach veröffentlichte das Monopoltheater regelmäßig Anzeigen mit seinem wechselnden Programm.
00:02:22: Das brachte auch die Konkurrenz, die Lichtspiele Ules dazu, eigene Anzeigen zu schalten.
00:02:27: Heute existiert das Kino nicht mehr.
00:02:29: Vom ursprünglichen Gebäude ist nur noch der Eingangsbereich erhalten, der heute ein Blumenladenbeherbergt.
00:02:35: Wenn Sie diesen und weitere spannende Zeitungsartikel einsehen möchten, können Sie sich die Zeitungsbände zur Einsichtnahme in den Lesesaal bestellen.
00:02:46: Darf in der Volksschulschule Frechen gelacht werden?
00:02:49: Das ist die zweite Frage dieser Podcast-Folge.
00:02:51: Die Antwort?
00:02:52: Es soll sogar gelacht werden.
00:02:54: Lernen soll Spaß machen, erst dann wird Lernen überhaupt erfolgreich und auch nachhaltig.
00:03:00: Die Volksschulschule Frechen hat aber seit September eine Veranstaltungsreihe, wo man ums Lachen kaum herumkommt.
00:03:06: Es ist eine Open-Mike-Veranstaltung, sie heißt Comdreams und Mohamed Elbujadeni ist der Moderator.
00:03:15: Wie schön, dass du da bist.
00:03:16: Ja, danke.
00:03:17: Danke
00:03:17: für die Einladung.
00:03:18: Wie bist du selbst zur Comedy gekommen?
00:03:20: Also, es war schon in der Schule so, dass ich, ich weiß nicht, der klassische Klassenclown, aber Humor hat immer in unserer Familie und in meinem Umfeld eine Rolle gespielt.
00:03:29: Ich habe zum Beispiel sehr, sehr humoristischen Papa.
00:03:31: Ich glaube, wenn er nicht Gastarbeiter, also ohne Schule und so weiter nach Deutschland kommen wäre, hätte es auch sein können, dass er Komedien.
00:03:38: wird und so, aber tatsächlich den Sprung in die Stand-up Comedy habe ich durch einen guten Freund, Benizha, der ist bekannter Comedian, getroffen.
00:03:47: Wir haben uns im Podcast mal darüber unterhalten, wir hatten mal einen gemeinsamen Podcast und dann habe ich mal seine Shows besucht und da kam so die erste Idee, es auch mal auszuprobieren.
00:03:57: und dann bin ich in Kontakt gekommen mit einem Comedyveranstalter, war dann irgendwann nach zwei Jahren, habe ich dann mal probiert und es hat Bock gemacht und dann habe ich einfach weiter gemacht.
00:04:08: Ja, und dann noch das spezielle Format Open Mike.
00:04:12: Wie bist du dazu gekommen?
00:04:13: Ja, also tatsächlich die erste Bühne, wo ich aufgetreten bin, ist ein Open Mike.
00:04:17: Und dann war ich auch erst mal ein bisschen in der Open Mike Szene unterwegs und Samet Varuk, also der, bei dem ich als erst aufgetreten bin, den lernt man wahrscheinlich auch noch mal kennen.
00:04:24: Der kam dann irgendwann auch auf die Idee, könntest du das mal vorstellen?
00:04:27: Wir haben es dann ausprobiert in Frechen in der Fahrschule.
00:04:30: Also wir haben gemeinsam so eine Veranstaltung gemacht.
00:04:32: Hat eigentlich von der Idee her cool funktioniert, hat auch Spaß gemacht.
00:04:35: Dann haben wir es aber aus zeitlichen Gründen erst mal ein bisschen sein lassen.
00:04:38: Und dann habe ich erst ein eigenes Format irgendwann entwickelt.
00:04:42: Weil für ihn hat sich das zum Beispiel nicht so rentiert in Frechen.
00:04:45: Und ich habe dann irgendwann gesagt, ich will aber auch was eigenes trotzdem weitermachen.
00:04:48: Und dann kam ich in die Fachhochschule des Mittelstands.
00:04:51: Hatte dort vor zwei oder drei Jahren, glaube ich, die allererste Veranstaltung.
00:04:55: Freier Eintritt, volles Haus, super Stimmung.
00:04:58: Und dann... Haben wir erst mal dort ein paar Veranstaltungen gemacht.
00:05:01: Ja.
00:05:02: Und dann bist du... Über noch ein paar weitere Umwege, du warst ja im Kuchenhaus, du warst mal im Schnörkel los, auch unterwegs.
00:05:10: Aber dann auf einmal bist du in der Volksschulschule frechen.
00:05:14: Das ist jetzt nicht etwas, was man
00:05:16: so automatisch
00:05:17: miteinander verbindet, Volksschulschule und Comedy.
00:05:20: Ja, hab ich auch nicht automatisch.
00:05:21: Unter meinem Bauchgefühl hat mich irgendwann in der Mittagspause gezogen.
00:05:25: Und zufällig standest du da und dann dachte ich, teil mal diesen Gedanken mit dir.
00:05:28: Und plötzlich hatten wir hier eine Veranstaltung.
00:05:31: Und ist das Publikum in der... Volksschule anders als dein übliches?
00:05:37: Sag mal so.
00:05:38: Comedy spricht sich schon ein bisschen das Szene rum.
00:05:40: Darauf bin ich sehr stolz und witzigerweise wird es jetzt in Verbindung gebracht mit dem Durchschnittsalter meines Publikums.
00:05:47: Wenn ihr mal ein Bingoabend Comedy machen wollt oder so.
00:05:49: Aber ich finde es mega gut.
00:05:51: Also mir macht es mega viel Spaß.
00:05:52: Ich finde, das ist ein sehr dankbares Publikum.
00:05:56: Man merkt auch, dass man in einer kleinen Stadt unterwegs ist, weil das für die Leute, dadurch, dass ich das auch nur einmal bewusst, einmal monatlich mache aktuell, ist es auch so ein Highlight.
00:06:04: Also wenn du in einer großen Stadt gefühlt drei Mikes pro Abend hast, dann kann es auch sein, dass die Leute sich ein bisschen satt sehen und der Anspruch steigt.
00:06:11: und hier ist es immer so, ich merke, wie die Leute sich auftakelen und so eine Abend, schon ein cooles Gefühl.
00:06:17: Macht Spaß.
00:06:19: Volkshochschule steht ja für Bildung.
00:06:22: Wie bildend oder wie verbindest du dann Comdreams mit Bildung?
00:06:27: Ja, volle Kanne, also A haben wir natürlich, wir haben jetzt keinen Bildungsauftrag auf der Bühne, aber wir versuchen schon, vor allem versuche ich das auch für mich, da ein paar Messages mitzugeben, also Leute auch in irgendeiner Form aufzuklären auf der Bühne und natürlich in erster Linie aber auch zu unterhalten.
00:06:43: Ich mache aktuell biete ich auch Comedy Workshops an für Jugendliche und da waren wir jetzt Danke noch mal am Samstag hier.
00:06:51: Und haben dann zwei Stunden wirklich an deren Material geschrieben.
00:06:54: Und da merkst du auch der Kopf raucht danach.
00:06:56: Aber es ist total anstrengend, aber es gibt kaum ein schöneres Gefühl für ein Comedian als du sitzt da.
00:07:01: Du wirfst alle gehören, schmeißt irgendwie zusammen Ideen, Gedanken, probierst es aus und die Leute lachen.
00:07:07: Und das ist so die Bestätigung.
00:07:08: Deswegen sowohl vorne auf der Bühnebildung als auch im Publikum.
00:07:14: Was erwartet dann eine Person, die sagt, ich geh jetzt mal freitag zu Comet Dreams in die Volksschulschule?
00:07:22: Ja, also ich hab's noch nicht erlebt.
00:07:24: Darauf bin ich sehr stolz, dass irgendjemand ein Eintritt zurückhaben wollte.
00:07:28: Der ist auch sehr bewusst gering gehalten, weil es ist ein Open Mic zum Testen.
00:07:32: Das erkläre ich auch immer wieder am Anfang.
00:07:34: Und das ist wirklich für den Preis, also zehn Euro im Schnitt, sind die Leute sehr gut unterhalten.
00:07:42: Ja, und man geht dahin, man lässt sich berieseln, ist ein bisschen wie Kino, nur halt mit echten Menschen vorne.
00:07:49: Und geht meistens happy zurück, also so habe ich das bisher wahrgenommen.
00:07:53: Die Leute waren oft, vor allem bei der letzten Show zum Beispiel, waren ja, glaube ich, gefühlt seventy Prozent das allererste Mal auf dem Open Mic und sind total happy rausgegangen.
00:08:01: Ja, kann ich bestätigen.
00:08:03: Ja,
00:08:03: kann ich bestätigen.
00:08:05: Und sagen wir mal, die Spanne der, du hast eben gesagt.
00:08:10: Ja.
00:08:12: Du wirst jetzt oder deine Show wird jetzt dran gemessen, was das Durchschnittsalter
00:08:15: ist.
00:08:16: Das war ja jetzt bei der letzten Veranstaltung schon recht spannend.
00:08:20: Das war sehr spannend.
00:08:21: Wir hatten ja eine Komedian direkt, als allererstes eine siebzehnjährige aus Dortmund.
00:08:28: Und dann hatten wir ein paar Minuten später plötzlich den fünfundahnschirigen Ornkel Hans Bock hier auf der Bühne.
00:08:34: Also ich spann weiter das natürlich beim... bei den Comedians genauso hoch, was auch die Qualität angeht.
00:08:38: Es kommen auch mal bekanntere Comedians, die an irgendwelchen Nummern für ihre Tour testen.
00:08:42: Und dann kommen aber auch Leute, die vielleicht in allerersten Auftritt haben.
00:08:45: Und genau, ich glaube, die letzte Show, da war wirklich alles dabei.
00:08:51: Und wie schätzt du das ein?
00:08:52: Ich weiß, wenn der Leiter einer Volksschulschule die Frage stellt.
00:08:58: Aber wie schätzt du unsere gemeinsame Zukunft
00:09:01: ein?
00:09:04: Sehr, sehr gut.
00:09:05: Also ich glaube, wir haben ab und zu natürlich das Thema, dass wir sagen, das dürfte eigentlich noch bekannter werden.
00:09:10: Ich bin aber zuversichtlich, dass das wird durch Mund-zu-Mund-Propaganda vor allem.
00:09:15: Und wir planen ja gerade, ich verrate ja kein Geheimnis, dass wir das Jahr im Jahr auch schon so gut wie durchgeplant haben.
00:09:20: Wir versuchen jeden Monat eine Veranstaltung zu machen, der August macht es uns nicht leicht, weil da Ferien sind.
00:09:24: Wir versuchen das Ganze natürlich außerhalb von Feiertagen und Ferien zu organisieren.
00:09:29: Und deswegen bin ich da total happy.
00:09:31: und wenn die Leute weiter das besuchen und erzählen dann haben wir auch.
00:09:37: Ja dann wird ist das ein Selbstläufer meiner Meinung nach und ich finde diesen Gedanken auch.
00:09:40: VHS meets Comedy sehr sehr
00:09:42: cool.
00:09:43: Ja.
00:09:43: Kann ich nur bestätigen und bin auch sehr stolz darauf, dass wir bislang zumindest die einzige Volksschule sind, die das anbieten.
00:09:50: Es wird
00:09:50: nicht lange so bleiben.
00:09:54: Finde ich nicht schlimm.
00:09:55: Also auch das gute Ideen sollten sich ja auch verbreiten, also von daher.
00:09:59: Und es dürfen ja auch mal andere so viel lachen wie die Frechen ab.
00:10:03: Ja voll.
00:10:03: Und auch Danke für den Mut, den du hast.
00:10:05: Also der erste in so einem Bereich zu sein, das muss man auch erst mal machen.
00:10:09: Und ich glaube, bei dir war es vielleicht auch eher eine Bauchentscheidung oder so.
00:10:12: Und das hat sich bisher ja super...
00:10:15: Eine überlegte Bauchentscheidung, aber schon ein Sprung ins kalte Wasser zum Teil.
00:10:19: Ja, das merken wir immer wieder.
00:10:21: Ja, das ist schon sehr, sehr
00:10:22: cool.
00:10:23: Nee, sehr schön.
00:10:24: Oh, Matt, vielen Dank fürs Interview.
00:10:25: Danke, Philipp.
00:10:33: Was ein Autor wohl macht, wenn er nichts schreibt, fragt man am besten einen Autor.
00:10:39: Und das hat Jessica Strohtmann der Stadtbegreifrechen gemacht.
00:10:42: Sie hat Kai Maier im Rahmen einer Lesung in der Stadtbücherei Interviewt.
00:10:48: Heute habe ich einen ganz besonderen Interviewpartner, nämlich den berühmten Autor Kai Maier.
00:10:54: Herzlich willkommen
00:10:55: und hallo.
00:10:56: Ja, schönen guten Abend.
00:10:57: Ich freue mich, hier zu sein.
00:10:58: Du liest uns aus deinem neuen Buch, Das Haus der Bücher und Schatten vor.
00:11:03: Kannst du uns ganz kurz erzählen, worum es in dem Buch geht?
00:11:08: Der Roman ist eine Mischung aus historischem Kriminal-Roman und Schauer-Roman.
00:11:15: Das heißt, es wird ein bisschen unheimlicher, ein bisschen düsterer.
00:11:19: Die Geschichte spielt auf zwei Seitebenen.
00:11:21: Die eine ist vor dem Ersten Weltkrieg und die andere ist dann etwas später.
00:11:30: Auf jeden Fall in der einen Geschichte geht es darum, dass eine junge Lektorin aus Leipzig ins Baltikum fährt, also ins heutige Lettland.
00:11:38: um dort das Manuskript eines mysteriösen Schriftstellers abzuholen.
00:11:43: Dieser Schriftsteller wohnt in einem abgelegenen Herrenhaus mitten in den Wäldern.
00:11:48: Alles ist eingeschneit und sie sind also da bald von der Außenwelt abgeschnitten.
00:11:54: Und diese junge Elektorin Paula merkt, dass da irgendwas nicht mit recht Dingen zugeht.
00:11:59: Das ist der eine Strang, der zweite Strang spielt wie gesagt einige Jahre später in Leipzig im sogenannten grafischen Viertel.
00:12:06: Das war so die Buchhauptstadt Europas, kann man sagen.
00:12:09: Also irgendwo wurden mehr Bücher hergestellt als dort.
00:12:13: Und dort ermittelt ein ehemaliger Kommissar im Fall eines Doppelmordes und stellt dann irgendwann fest, dass die Geschichte, die sich vor Jahren im Baltikum abgespielt hat, mit seinem heutigen Fall zu tun hat.
00:12:28: Und dann kommen die beiden Strenge zusammen und man erkennt das Ganze ist eigentlich eine große Geschichte.
00:12:33: Klingt super, super spannend.
00:12:35: Du hast sehr, sehr viele Fantasy-Bücher geschrieben, wofür du ja auch viele Preise bekommen hast.
00:12:41: Hast du schon ein neues Buchprojekt in der Pipeline?
00:12:44: Vielleicht mal wieder ein Fantasy-Roman?
00:12:48: Ich bin gerade fertig mit dem vierten dieser Leipzig-Bücher.
00:12:51: Das heißt, es ist keine Fortsetzung von das Haus der Bücher und Schatten, sondern es ist eine komplett eigene Geschichte, aber sie spielt in dem selben Umfeld, in der selben Zeit, also im frühen zwanzigsten Jahrhundert.
00:13:01: In all diesen historischen Romanen gibt es immer ein leicht übernatürliches Element.
00:13:13: keine ausgewachsenen Fantasy Romane wie viele meiner früheren Bücher, aber sie haben schon immer noch so einen ganz leichten, fantastischen Einschlag, sind aber natürlich in erster Linie historische Romane.
00:13:23: Was neuen Fantasy Romane angeht, ich weiß es noch nicht.
00:13:27: Also im Moment habe ich nichts geplant.
00:13:28: Ich plante tatsächlich jetzt schon den fünften historischen Leipzig-Romanen.
00:13:34: Ich
00:13:35: bin mit der Fantasy so ein bisschen.
00:13:38: Ich habe einfach zu viel geschrieben davon.
00:13:39: Ich habe einfach so wahnsinnig viel geschrieben.
00:13:41: und nachdem ich fünf Jahre lang an der Seiten der Weltreihe geschrieben habe, ich kann mir aber auch vorstellen, dass ich irgendwann wieder Lust dazu habe, auch richtige Fantasie zu schreiben.
00:13:49: Mal abwarten.
00:13:50: Du beschäftigst dich ja beruflich ganz, ganz viel mit Büchern.
00:13:53: Hast du eigentlich privater noch Lust, so als Hobby ein Buch zu lesen oder reicht es einem dann auch irgendwann mal am Ende des Tages mit den Büchern?
00:14:02: Ich fange schon noch ganz viele Romane an, lese aber ganz viele leider auch nicht zu Ende, das ist das Problem.
00:14:08: Aber ich kaufe immer noch sehr viele und wie gesagt, ich schau immer noch in viele Reihen hin und wieder, lese ja natürlich auch mal einen zu Ende.
00:14:14: Gerade im Moment habe ich tatsächlich so eine Phase, in der ich tatsächlich mal wieder eine ganze Menge Bücher wirklich bis zum Schluss lese.
00:14:23: Ich lese aber auch sehr viele Sachbücher und das hat natürlich auch mit der Recherche zu tun, dieser historischen Romane.
00:14:29: Das heißt, ich lese eigentlich permanent, wenn ich nicht schreibe.
00:14:33: Aber das ist dann manchmal eben auch so eine Mischung aus Arbeit und Vergnügen.
00:14:37: Ich kann sagen, was ich gerade im Moment lese, das sind tatsächlich Kriminalromane aus den viertiger und fünftiger Jahren amerikanischer in erster Linie.
00:14:45: Also ganz viele von diesen alten Detektivromaden, so diesen ganz klassischen, die immer sehr, sehr düster sind und ich bin bei ihr, also ich habe gerade fünf oder sechs am Stück hintereinander weg gelesen und ich bin immer total überrascht, wie modern die sind.
00:15:00: Also wenn man sich Romane aus den viertiger Jahren durchliest, die hier in Deutschland geschrieben wurden, dann klingen die ja meistens doch so ein bisschen angestaubt, zumindest heilistisch.
00:15:09: Und das ist bei diesen Romanen überhaupt nicht so, als man merkt einfach, dass diese ganze amerikanische Tradition des Erzählens zu der Zeit entstanden ist, also die moderne Tradition des Erzählens.
00:15:21: Und diese Bücher sind halt einfach wirklich so geschrieben.
00:15:24: Und im Moment lese ich gerade, habe ich mehrere Bücher von einem Auto gelesen, der völlig vergessen ist.
00:15:29: David Goodis heißt der.
00:15:31: Und in Amerika kennt den keiner mehr.
00:15:33: Am bekanntesten ist er tatsächlich in Frankreich, wo man alle paar Jahre seine Bücher neu auflegt.
00:15:38: Also die Franzosen sind große Fans von dem.
00:15:40: Und in Deutschland sind die mal alle in den frühen neunzigern, späten achtzigern, übersetzt worden.
00:15:46: Lieber Kai,
00:15:46: ganz vielen
00:15:47: lieben Dank für dieses kurze Interview.
00:15:49: Ich freue mich gleich auf die Lesung.
00:15:52: Ah, eine wichtige Frage habe ich jetzt total vergessen.
00:15:56: Das kam nämlich immer wieder, warum du so gerne nach Frechen kommst.
00:16:00: Frechen ist jetzt nicht gerade eine.
00:16:03: große Weltstadt.
00:16:04: Aber du bist ja jetzt in den letzten Jahren netterweise immer im Frühjahr zu uns zu den Lesungen gekommen.
00:16:12: Was ist das Besondere an Frechen?
00:16:14: Na ja, zum einen sitzen hier wirklich immer viele Leute im Publikum.
00:16:17: Das ist schon mal das eine, was mich natürlich gut gefällt.
00:16:20: Zum anderen wohne ich ja um die Ecke.
00:16:22: Also ich wohne ja wirklich noch ein paar Kilometer entfernt und dann liegt es natürlich nahe.
00:16:25: Ich mache immer gerne Lesungen, die bei mir im Umfeld sind, aus ganz praktischen Gründen natürlich auch.
00:16:31: Von daher ist das natürlich auch super, dass ich wirklich nur so einen Katzensprung hab, um hier nach Frechen zu kommen.
00:16:36: Aber wie gesagt, es ist auch einfach toll, weil hier wirklich immer ein, also verlässlich ein harter Kern von Publikum sitzt, der zu diesen ganzen Lesungen kommt und dem offenbar die Bücher auch gefallen.
00:16:49: Auf jeden Fall.
00:16:50: Also das kann ich sagen, auf jeden Fall ist das Team der Stadtbücher ein sehr, sehr großer Fan von dir und die Frechner an sich auch.
00:16:58: Vielen lieben Dank.
00:17:07: Um die vierte und letzte Frage beantworten zu lassen, muss ich kurz ausholen.
00:17:12: Die Musikschule führt seit Jahren ein großes Projekt durch, das heißt Jekils.
00:17:16: Jekils steht für jedem Kind Instrumente tanzen, singen.
00:17:21: Jekils wird vom Land einer Wege fördert.
00:17:24: Die Nachfrage der frechener Kinder, um ein Musikinstrument spielen zu lernen, ist enorm groß.
00:17:31: Und ob Kinder, die gerade mal ein neues Instrument kennenlernen, schon ein Orchester bilden können, das ist die letzte Frage dieser Folge.
00:17:39: Die Antwort hören Sie jetzt.
00:17:40: Mein Name ist Bernd Cullenia, ich bin der Musikschulleiter.
00:17:43: Und zu Gast habe ich heute einen Kollegen.
00:17:46: Das ist der Jan Gerwing, der Jan, der arbeitet im Jekitsprojekt.
00:17:51: Und wir wollen heute mal uns anschauen, was dieses Jekitsprojekt eigentlich ist.
00:17:57: Aber zunächst mal stelle ich doch mal kurz selbst vor und erzähle ein bisschen, was du eigentlich bei Jekits tust oder was du auch sonst tust bei uns.
00:18:07: Ja, vorgestellt wurde ich, Jan Gerving.
00:18:09: Ich unterrichte seit dreißig Jahren an der Musikschule, lange Zeit nur als Klavierlehrer oder Chorleiter.
00:18:16: Und seit einigen Jahren auch als Jäkitzlehrer und im Rahmen dessen auch als Flöte und Saxophon und im Grunde alles Lehrer, weil alle Instrumente, die die Kinder vor sich haben, nehme ich auch in die Hand und bin ihnen die drei Töntchen voraus.
00:18:31: Aber
00:18:32: immerhin, da muss ich rein, dieses Multifunktionale, dass man das aufbricht und sagt, ich spiele nicht nur ein Instrument, ich kann auch das Instrument, ich kann auch das Instrument.
00:18:41: Das ist natürlich gerade für die Grundschule super.
00:18:44: Also besser kann das natürlich gar nicht.
00:18:45: laufen vor allem wenn man auch das bunte orchester leitet.
00:18:48: das ist so ein ja vielleicht erzählt so mal was ist eigentlich ein buntes orchester bei dem jägelsprojekt?
00:18:53: das bunte orchester ist ein haufen von kindern die zusammen musik machen das heißt die haben in kleingruppe ihren fachunterricht in ihrem instrument.
00:19:06: was sie spielen das kann keyboard flöte geige posaune trompete saxophon Es sind fast keine Grenzen gesetzt, die Grenzen setzt die physische Konstitution des Kindes.
00:19:19: Ein Zweitklässler am Sacksofon haben wir jetzt auch schon erfahren, ist eine blöde Idee.
00:19:24: Wenn aber dagegen das Kind unbedingt dieses eine Instrument toll findet und unbedingt können will, dann ist das so ein Motivationsfaktor, der auch über alter und physische Konstitution ein Stück hinweg hilft.
00:19:39: Also der Haufenbundenorchester ist bunt.
00:19:43: Und das ist jedes Jahr ein anderer Bunterhaufen und da muss man mit umgehen.
00:19:49: Wobei, man ist ja nicht mit den Kindern unvorbereitet, also in diesem bunten Orchester.
00:19:54: Es gibt so ein Konzept, das heißt, wir haben überall Gruppenunterricht.
00:19:58: Ich sage mal, die Gitaristen haben so drei, vier oder fünf Gruppen, manchmal auch sechs Gruppen oder noch größer.
00:20:04: Und es gibt die Geigen, die für sich als Geigen üben mit den Fachlehrern, die bereiten das vor und kommen mit dem Vorbereiteten dann in das Wunderorchester.
00:20:14: Spannend ist das, glaube ich, immer zum Schuljahrsbeginn, weil natürlich dann Kinder da sind, also zumindest in der zweiten Klasse, die ja zum ersten Mal ein Instrument in der Hand haben und dann steht man da.
00:20:28: Wie meisterst du so eine Situation?
00:20:30: Das ist wunderbar.
00:20:32: Also auch im dritten Schuljahr ist es noch eigentlich eine vergleichbare Situation.
00:20:38: Die ersten Wochen, ich möchte eher sagen Monate, sind auf Laufen auf dem Level, wir lernen uns kennen und wir schauen mal was wir können.
00:20:50: Ich beginne gerne mit etwas, was die ganze Gruppe zusammen macht.
00:20:53: Das ist entweder ein Lied, was sie alle kennen oder das.
00:20:56: es kann Körperpackagen sein und Körperpackagen.
00:21:01: In dem Form, ich mache ein Rhythmus vor, die Kinder machen ihn nach.
00:21:04: Ob ich das mit den Händen mache oder auf den Schenkeln oder auf der Brust oder auf den Backen oder auf dem Stuhl hopfen oder mit der Füße trampeln, da ist der Fantasie auch beim Lehrer keine Grenze gesetzt.
00:21:16: Und wenn ich dann anfange, einmal um den Stuhl herum zu hopfen, das ist dann der Hit, weil das ist dann große Action im Saal.
00:21:24: Und das ist gerade um die Zeit, wo Jekis stattfindet, nämlich um die Mittagszeit oder sogar späte Mittagszeit, wo die eigentlich Platz sind.
00:21:31: Die Kinder sind das gute Aktion, weil das ist Sport.
00:21:35: Wenn wir jetzt an die Instrumente gehen, dann gehe ich gerne hin und verteile einfach Töne, egal welche Flöte das ist.
00:21:41: Also zum Beispiel, wenn man zwei Klestler Querflöten da sitzen hat, das gibt auch schon.
00:21:47: Dann können die vielleicht ein H-Spielen oder ein A-Spielen.
00:21:51: Das ist schon viel.
00:21:52: Und wenn sie überhaupt den Ton aus der Querflöte vielen kriegen, ist das schon viel.
00:21:56: Und da kriegen die einen Ton dazu und dann verteile ich die Töne so an den anderen Instrumenten, dass ein Dreiklang im Raum ist.
00:22:03: Egal welche Tonarte, richtig mich nach dem, was die Kinder können.
00:22:07: Und dann gebe ich Rhythmen vor und die spielen die Rhythmen nach.
00:22:12: Rhythmus vom Lehrer und auch sowas macht tierisch Spaß, wenn die sich... als mehrstimmiges Orchester da drüber erfahren, finde ich ihn nur großartig.
00:22:23: Wie ist das eigentlich, wenn so ein Jahr vorbei ist?
00:22:25: Im Sommer kommt er dann das große Sommerkonzert, dann kommt der Chor dazu, da habt ihr so verschiedene Dinge, die dann so einander greifen.
00:22:31: Wie wir hier in den Grundschulen arbeiten, ist das ganz schön aufgeteilt, dass wir bunte Orchester haben, entweder von Zweite bis Vierte Klasse.
00:22:40: oder aber wir haben eine Schule, da sind so viele Kinder angemeldet, dass wir zwei Konzerte machen, nur mit den zwei Klässlern und danach zweites Konzert mit drei, vier Klässlern.
00:22:50: Diese Kinder sollen nur instrumental aktiv sein, aber dazu gibt es dann einen Chor aus Erstklässlerkindern, was meistens die Kolleginnen mit vorbereitet die im je kits eins bereich arbeitet.
00:23:05: Das
00:23:05: ist im vormittag der ganz normale schulunterricht jetzt für die zuhörer noch.
00:23:09: Und dann hat man da am ende pro konzert etwa vierzigfünfzig aktive kinder als ein.
00:23:18: Orchester mit Chor, die dann verschiedene Stücke machen.
00:23:21: Und die
00:23:21: Stücke legt er, glaube ich, am Anfang des Schuljahrs fest.
00:23:24: Und die werden dann so im Schuljahr...
00:23:26: Richtig.
00:23:26: Richtig.
00:23:27: Am Anfang werden die festgelegt.
00:23:29: Das sind einfachste Kinderlieder.
00:23:32: Es darf aber auch ein Pop-Lied dabei sein.
00:23:34: Und es ist in der Regel das Schullied dabei.
00:23:36: Fast jede Grundschule hat heute ein Schullied.
00:23:39: Und das Schullied ist meistens der Abschluss, weil man da auch gerne dann die Das Auditorium, die Eltern... Sie sind mit,
00:23:49: glaube
00:23:50: ich.
00:23:54: Das Schlusskonzert ist eigentlich immer toll.
00:23:56: Und wenn man am Anfang denkt, also mein Winger auch Anfang im Dezember noch denkt, meine Güte, wie sollste denn diese Stücke mit diesen Kindern im Juni aufhören?
00:24:06: nie panisch werden, das ist eine lange Zeit und es baut sich Tönchen auf Tönchen auf und wir haben bis jetzt immer im Juni ein Konzert hingekriegt, was allen beteiligten Bars macht.
00:24:18: Am Ende muss was stattfinden, was den Kindern auf der Bühne Spaß macht, wo die Kinder nach dem Konzert alle ein Zentimeter größer sind und wo die ...
00:24:26: Genau, die gehen stolz und lachen daraus
00:24:28: und
00:24:28: freuen sich, die Eltern auch stolz.
00:24:31: Richtig.
00:24:32: Vielleicht eine kleine Sache noch.
00:24:34: Wir haben so ein Konzept entfrechen, dass die Gruppen, die das ja für das bunte Orchester vorbereiten, von den Fachwehren geleitet werden und die arbeiten zu.
00:24:43: Die müssen also quasi den Kindern die Arrangements für diese Lieder, die am Anfang ausgesucht werden, auf den Leib schreiben.
00:24:48: Also die gucken genau, was kann das Kind schon?
00:24:51: Vielleicht drei Töne, vielleicht fünf oder vielleicht eine schon sieben.
00:24:54: Und damit das genau passend für die Kinder geschrieben, sodass im Grunde kein Kind unter oder überfordert ist.
00:25:00: Und das ist glaube ich so ein bisschen auch so das Rezept.
00:25:02: Warum das ganz gut funktioniert?
00:25:04: Weil es gibt wenig Frustration, weil jeder macht das, was er kann.
00:25:09: Und es schafft das dann auch gut.
00:25:11: Richtig,
00:25:11: richtig.
00:25:11: Jeder macht das so gut, er kann.
00:25:14: Und wenn er nur zwei, drei Tönchen mit einem richtigen Rhythmus hin kriegt, dann ist er Teil des Orchester und macht das so.
00:25:21: So gut wie er kann und ist Teil des Orchester.
00:25:25: Und das klappt, das funktioniert.
00:25:28: Und oft ist es, glaube ich, auch so motivierend, dass die Kinder dann üben und plötzlich merkt man, oh, da geht ja was.
00:25:33: Die entwickeln sich richtig und sind mit Spaß und viel Überzeit dabei.
00:25:38: Dann tut sich was auf Ziele hinarbeiten.
00:25:40: Ja, vielen, vielen Dank, Jan, für den kleinen Einblick.
00:25:51: So, das war sie die zwölfte Folge des Podcasts forty-two mit vier spannenden Fragen und ebenso vielen erhellenden Antworten.
00:25:59: Eine Folge bekommen sie dieses Jahr noch von uns.
00:26:01: Bis dahin eine schöne Adventszeit.
00:26:04: Es grüßt aus dem Podcaststudio, Philippe de Weidelhaas.
00:26:07: Auf Wiederhören!
00:26:11: Podcastswahntvierzig wurde gefördert
00:26:13: vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft
00:26:16: NRW
00:26:17: mit Mitteln
00:26:17: aus dem Innovationsfonds
00:26:19: des Weiterbildungsgesetzes.
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